Balkonkraftwerk anmelden: Schritt für Schritt im Marktstammdatenregister
Ein Balkonkraftwerk melden Sie nur noch an einer Stelle an: im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, innerhalb eines Monats nach dem ersten Einstecken. Der Netzbetreiber muss nicht mehr informiert werden. So geht die Registrierung, auch mit Speicher.
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Ein Balkonkraftwerk melden Sie nur im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur an, und zwar innerhalb eines Monats nach dem ersten Einstecken. Die frühere Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt seit dem 16. Mai 2024 für Geräte mit höchstens 800 Voltampere am Wechselrichter und 2.000 Watt Modulleistung. Die Registrierung ist kostenlos und fragt neben Ihren Daten nur wenige technische Angaben ab. Stand: Oktober 2026.
Was gilt seit dem Solarpaket I?
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kennt Balkonkraftwerke seit 2024 als Steckersolargeräte: Solarmodule, Wechselrichter, Anschlussleitung und Stecker für den Stromkreis einer Wohnung. Für sie gilt nach § 8 Abs. 5a EEG:
| Punkt | Regel |
|---|---|
| Leistungsgrenzen | bis 2 Kilowatt Modulleistung und 800 Voltampere Wechselrichterleistung, zusammen für alle Geräte hinter einem Zähler |
| Netzbetreiber | keine zusätzliche Meldung mehr; er wird über das Register informiert |
| Marktstammdatenregister | Registrierung bleibt Pflicht |
| Einspeisung | Zuordnung zur „unentgeltlichen Abnahme“, also keine Vergütung für eingespeisten Strom |
| Alter Zähler | Betrieb ist erlaubt, bis der Messstellenbetreiber den Zähler tauscht (§ 10a EEG) |
Die Bundesnetzagentur hat das Formular bereits zum 1. April 2024 vereinfacht: Statt rund 20 Angaben fragt es für Balkonkraftwerke nur noch fünf technische Werte ab.
Liegt Ihr Gerät über den Grenzen, ist es kein Steckersolargerät mehr. Dann gilt das normale Verfahren für Photovoltaikanlagen mit Netzbetreiber und Elektrofachkraft.
Diese Angaben brauchen Sie
Die Verbraucherzentrale NRW nennt neben den Angaben zu Ihrer Person diese fünf:
- Leistung der Module (Summe aller Module, steht auf dem Typenschild oder Datenblatt)
- Leistung des Wechselrichters (zum Beispiel 800 VA)
- Standort (Adresse)
- Inbetriebnahmedatum (Tag des ersten Einsteckens)
- Stromzählernummer (steht auf dem Zähler und auf der Stromrechnung)
Haben Sie einen Speicher, kommt seine Kapazität dazu.
Schritt für Schritt registrieren
Schritt 1: Benutzerkonto anlegen
Auf marktstammdatenregister.de legen Sie ein Benutzerkonto an und registrieren sich als Anlagenbetreiber. Das ist einmalig nötig. Bewahren Sie die Zugangsdaten auf: Sie brauchen sie für Änderungen, einen Umzug oder die Stilllegung.
Schritt 2: Steckerfertige Solaranlage wählen
Starten Sie die Registrierung einer Solaranlage und wählen Sie den Punkt „Steckerfertige Solaranlage (sog. Balkonkraftwerk)“. Die Bundesnetzagentur stellt dazu eine eigene Registrierungshilfe als PDF bereit.
Schritt 3: Daten eintragen
Tragen Sie die fünf Angaben ein. Achten Sie auf die Einheit: Das Register fragt Leistungen in Kilowatt, nicht in Watt. Zwei Module mit je 450 Watt sind 0,9 kW, ein Wechselrichter mit 800 VA entspricht 0,8 kW.
Schritt 4: Speicher mit registrieren
Einen Batteriespeicher registrieren Sie im selben Ablauf mit. Eine spätere, getrennte Registrierung ist ebenfalls möglich. Mehr dazu unten.
Schritt 5: MaStR-Nummer notieren
Nach dem Absenden erhalten Sie eine Registernummer. Notieren Sie sie: Mit ihr finden Sie Ihren Eintrag bei späteren Änderungen schnell wieder.
Was passiert danach?
- Netzbetreiber: Er erhält die Daten aus dem Register. Eine Prüfung der Angaben durch den Netzbetreiber ist bei Balkonkraftwerken nicht vorgesehen.
- Zähler: Haben Sie noch einen alten Zähler mit Drehscheibe, baut der Messstellenbetreiber nach § 10a EEG einen digitalen Zweirichtungszähler ein, ohne dass Sie ihn beauftragen müssen. Bis dahin dürfen Sie das Gerät mit dem alten Zähler betreiben. Für den Tausch dürfen Ihnen keine Kosten in Rechnung gestellt werden. Details im Artikel Balkonkraftwerk Stromzähler.
Sonderfälle
Ohne Einspeisung
Auch wer den Strom vollständig selbst verbraucht oder die Einspeisung technisch begrenzt, muss registrieren. Die Pflicht entfällt nach § 5 Abs. 2 MaStRV nur für Anlagen ohne jeden Anschluss an ein Stromnetz, etwa eine Inselanlage mit Batterie im Schrebergarten. Mehr im Artikel Balkonkraftwerk ohne Einspeisung.
Mit Speicher
Für Speicher gibt es keine Sonderregel im EEG. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass für sie deshalb die üblichen Regeln gelten, einschließlich Meldung beim Netzbetreiber. Bis 800 Watt Einspeiseleistung gibt es dafür laut Verbraucherzentrale NRW ein vereinfachtes Verfahren nach VDE-AR-N 4105: Sie füllen das Formular F.1.2 selbst aus und reichen es beim Netzbetreiber ein. Noch akzeptieren das nicht alle Netzbetreiber, deshalb vor dem Kauf nachfragen. Mehr im Artikel Balkonkraftwerk mit Speicher.
Mehrere Geräte
Die Grenzen von 800 VA und 2.000 W gelten zusammen für alle Steckersolargeräte hinter einem Zähler. In einem Mehrfamilienhaus mit eigenem Zähler pro Wohnung kann jede Wohnung die Grenze nutzen.
Umzug, Änderung, Abbau
Änderungen müssen Sie nach § 7 MaStRV innerhalb eines Monats im Register nachtragen, etwa einen neuen Wechselrichter. Bei einem Umzug melden Sie das Gerät am alten Standort ab und am neuen Standort neu an. Auch eine Stilllegung wird im Register eingetragen; eine zusätzliche Meldung beim Netzbetreiber ist bei Balkonkraftwerken dafür nicht nötig.
Frist verpasst?
Holen Sie die Registrierung sofort nach und tragen Sie das tatsächliche Inbetriebnahmedatum ein. Wer nicht rechtzeitig registriert, handelt laut Bundesnetzagentur grundsätzlich ordnungswidrig.
Checkliste
- Benutzerkonto im Marktstammdatenregister angelegt
- „Steckerfertige Solaranlage“ gewählt
- Modul- und Wechselrichterleistung in Kilowatt eingetragen
- Datum des ersten Einsteckens als Inbetriebnahme angegeben
- Speicher mit registriert und beim Netzbetreiber nachgefragt
- MaStR-Nummer und Zugangsdaten gespeichert
Wohnen Sie zur Miete oder in einer Eigentümergemeinschaft, brauchen Sie zusätzlich die Zustimmung, auf die Sie seit Oktober 2024 einen Anspruch haben: siehe Balkonkraftwerk für Mieter. Welche Versicherung Sie informieren sollten, steht im Artikel Balkonkraftwerk Versicherung.
Quellen
Stand: Oktober 2026.
- § 8 EEG – Abs. 5a: Grenzen, unentgeltliche Abnahme, keine zusätzliche Meldung beim Netzbetreiber
- § 10a EEG – Zählertausch und Betrieb mit vorhandenem Zähler
- § 5 MaStRV – Registrierungspflicht, Monatsfrist, Ausnahme ohne Netzanschluss
- § 7 MaStRV – Änderungen binnen eines Monats
- Marktstammdatenregister – FAQ – Inbetriebnahme, Speicher, Netzbetreiber, Ordnungswidrigkeit
- Marktstammdatenregister – Registrierungshilfen Solar – „Steckerfertige Solaranlage“
- Bundesnetzagentur – Pressemitteilung vom 28.03.2024 – fünf statt rund 20 Angaben
- Verbraucherzentrale NRW – Gesetze und Normen für Steckersolar – Pflichtangaben, Speicher
- Verbraucherzentrale – FAQ Steckersolar – kostenloser Zählertausch
FAQ · 09 Fragen
Häufige Fragen
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Wo muss ich ein Balkonkraftwerk anmelden?
Nur im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur. Seit dem 16. Mai 2024 entfällt die Meldung beim Netzbetreiber für Geräte mit bis zu 2.000 Watt Modulleistung und 800 Voltampere Wechselrichterleistung. Der Netzbetreiber erhält die Daten automatisch aus dem Register.
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Bis wann muss ich das Balkonkraftwerk anmelden?
Innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme. Als Inbetriebnahme gilt laut Bundesnetzagentur der Moment, in dem das Gerät zum ersten Mal Strom ins Hausnetz einspeist, in der Regel also das erste Einstecken in die Steckdose.
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Muss ich ein Balkonkraftwerk anmelden, wenn ich nicht einspeise?
Ja. Die Registrierungspflicht entfällt nach der Marktstammdatenregisterverordnung nur für Anlagen, die weder unmittelbar noch mittelbar an ein Stromnetz angeschlossen sind. Ein Balkonkraftwerk an der Steckdose ist über das Hausnetz mit dem Stromnetz verbunden, auch wenn kaum oder kein Strom ins Netz fließt.
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Was kostet die Anmeldung?
Nichts. Die Registrierung im Marktstammdatenregister ist kostenlos. Auch einen nötigen Zählertausch dürfen Netzbetreiber Ihnen als Betreiber eines Steckersolargeräts nicht in Rechnung stellen.
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Muss ich einen Speicher extra anmelden?
Der Speicher wird im Marktstammdatenregister mit registriert, das geht im selben Ablauf wie das Balkonkraftwerk. Laut Verbraucherzentrale gelten für Speicher außerdem die üblichen Regeln, also auch eine Meldung beim Netzbetreiber. Bis 800 Watt geht das meist vereinfacht mit dem Formular F.1.2, das Sie selbst ausfüllen. Fragen Sie vorher beim Netzbetreiber nach.
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Wie viel Watt darf ein Balkonkraftwerk ohne Anmeldung haben?
Keine. Eine Wattgrenze für die Anmeldung gibt es nicht: Jedes Balkonkraftwerk an der Steckdose muss ins Marktstammdatenregister, auch ein einzelnes Modul mit 300 Watt. Ausgenommen sind nur Anlagen ohne jede Verbindung zum Stromnetz, etwa eine Inselanlage im Gartenhaus.
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Gilt die Anmeldung in jedem Bundesland gleich?
Ja. Das Marktstammdatenregister ist ein bundesweites Register der Bundesnetzagentur. In Nordrhein-Westfalen, Bayern und allen anderen Ländern melden Sie gleich an, mit denselben Angaben und derselben Frist. Unterschiede gibt es nur bei Förderprogrammen von Ländern und Kommunen.
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Wie melde ich ein Balkonkraftwerk ab?
Im Marktstammdatenregister: Melden Sie sich an, öffnen Sie die Einheit und tragen Sie die endgültige Stilllegung ein. Das ist eine Änderung der eingetragenen Daten, die Sie nach § 7 MaStRV innerhalb eines Monats registrieren müssen. Bei einem Umzug melden Sie am neuen Standort neu an. Beim Netzbetreiber ist keine zusätzliche Abmeldung nötig.
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Werden Balkonkraftwerke kontrolliert?
Der Netzbetreiber erfährt laut Verbraucherzentrale NRW über eine Kontrollmeldung der Bundesnetzagentur von jeder Registrierung. Wer nicht rechtzeitig registriert, handelt laut Bundesnetzagentur grundsätzlich ordnungswidrig. Holen Sie eine vergessene Anmeldung deshalb sofort nach.