Balkonkraftwerk 800 Watt: Was erlaubt ist und was es bringt
800 Watt sind die Grenze für den Wechselrichter eines Balkonkraftwerks, nicht für die Module: Diese dürfen bis 2.000 Watt haben. Was das für Stecker, Ertrag und Anmeldung bedeutet und warum ein auf 600 Watt gedrosselter 900-Watt-Wechselrichter nicht zählt.
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800 Watt ist die Grenze für den Wechselrichter eines Balkonkraftwerks: höchstens 800 Voltampere, zusammen für alle Geräte hinter einem Zähler. Die Module dürfen bis 2.000 Watt haben; damit verdoppelt sich der Ertrag nach unserer PVGIS-Rechnung etwa, obwohl der Wechselrichter abregelt. Mit einem normalen Schuko-Stecker sind laut Produktnorm bis 960 Watt Modulleistung zulässig, darüber braucht es eine Einspeisesteckdose von der Elektrofachkraft. Ein 800-Watt-Gerät bringt je nach Montage rund 400 bis 800 kWh im Jahr. Stand: Oktober 2026.
Die Grenzen im Überblick
| Wert | Grenze | Grundlage |
|---|---|---|
| Wechselrichterleistung | 800 VA, alle Geräte hinter einem Zähler zusammen | § 8 Abs. 5a EEG, DIN VDE V 0126-95 |
| Modulleistung | 2.000 W, zusammen | § 8 Abs. 5a EEG |
| Modulleistung mit Schuko-Stecker | 960 Wp (800 Wp + 20 %) | DIN VDE V 0126-95 |
| Modulleistung mit Einspeisesteckdose | 2.000 Wp | DIN VDE V 0126-95 |
Die Sonderregeln des EEG gelten für Steckersolargeräte, die seit dem 16. Mai 2024 erstmals in Betrieb genommen wurden.
Was bedeuten 800 VA?
Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in Haushaltsstrom um. Er darf höchstens 800 VA ins Hausnetz abgeben, egal wie viel die Module liefern. Laut Verbraucherzentrale bezieht sich die Grenze auf die Anschlussleistung auf der Netzseite (AC); die Module dürfen mehr haben, zum Beispiel zwei Module mit je 450 Watt.
Mehrere Geräte
Die Grenze gilt für alle Steckersolargeräte hinter derselben Entnahmestelle zusammen. Das Beispiel der Bundesnetzagentur: Wer erst ein Gerät mit 600 VA und später ein zweites mit 600 VA anschließt, kommt auf 1.200 VA und kann die Sonderregeln nicht mehr nutzen. In einem Einfamilienhaus mit einem Zähler sind also nur 800 VA möglich, in einem Mehrfamilienhaus mit eigenem Zähler je Wohnung jeweils 800 VA.
Drosseln reicht nicht
Für die Grenzen zählt laut Bundesnetzagentur die höchste wählbare Leistung. Ein Wechselrichter mit 900 VA fällt nicht unter die Sonderregeln, auch wenn er per App oder Schalter auf weniger eingestellt ist. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Wechselrichter fest auf höchstens 800 VA ausgelegt ist.
Stecker: Schuko oder Wieland?
Bis 960 Watt Modulleistung ist laut Produktnorm DIN VDE V 0126-95 der normale Schuko-Stecker zulässig, wenn das Gerät eine der vorgesehenen Schutzmaßnahmen hat. Darüber bis 2.000 Watt braucht es eine Einspeisesteckdose, etwa mit Wieland-Stecker, die eine Elektrofachkraft setzt. Unterschiede, Schutzmaßnahmen und Förderbedingungen erklärt der Artikel Schuko oder Wieland-Stecker.
Wichtig: Das Gerät kommt direkt in eine Wandsteckdose, nie in eine Mehrfachsteckdose.
Was bringt ein 800-Watt-Balkonkraftwerk?
Ertrag im Jahr für 800 Watt Modulleistung laut EU-Rechner PVGIS (Kassel, 14 % Systemverluste):
| Montage | Ertrag |
|---|---|
| Süden, 30 Grad | 807 kWh |
| Süden, senkrecht am Geländer | 576 kWh |
| Osten oder Westen, senkrecht | rund 400 kWh |
Stiftung Warentest errechnete für acht 800-Watt-Sets auf einem Beispieldach 860 bis 1.020 kWh im Jahr, am Balkon hängend 600 bis 720 kWh. Mehr Werte im Artikel Balkonkraftwerk Ertrag.
Lohnt mehr Modulleistung?
Mehr Module erhöhen den Ertrag vor allem morgens, abends und bei Bewölkung, weil der Wechselrichter dann nicht an seiner Grenze arbeitet. Laut Verbraucherzentrale kosten zwei zusätzliche Module meist 100 bis 200 Euro mehr. Ab 960 Watt kommt aber die Einspeisesteckdose dazu. Für einen hohen Eigenverbrauch empfiehlt die Verbraucherzentrale 450 bis 500 Watt, also meist ein Modul. Was sich rechnet, steht im Artikel Wirtschaftlichkeit.
Balkonkraftwerk mit 2.000 Watt: erlaubt und sinnvoll?
Erlaubt ist es, wenn 2.000 Watt die Modulleistung sind. Der Wechselrichter bleibt bei höchstens 800 VA, und ab 960 Watt Modulleistung braucht es eine Einspeisesteckdose statt des Schuko-Steckers. Ein Wechselrichter mit 2.000 Watt fällt nicht unter die Sonderregeln. Laut Verbraucherzentrale entsprechen 2.000 Watt etwa vier Modulen mit je 500 Watt.
Was es bringt: Wir haben mit stündlichen PVGIS-Werten gerechnet (Kassel, Jahre 2019 bis 2023, 14 % Systemverluste) und alles über 800 Watt abgeschnitten, wie es der Wechselrichter tut:
| Montage | 800 W Module | 2.000 W Module, auf 800 VA begrenzt | Dezember pro Tag (2.000 W) |
|---|---|---|---|
| Süden, 30 Grad | 824 kWh | 1.649 kWh | 1,4 kWh |
| Süden, senkrecht | 582 kWh | 1.285 kWh | 1,5 kWh |
| je zur Hälfte Osten und Westen, senkrecht | 414 kWh | 1.036 kWh | 0,5 kWh |
Mit 2.000 Watt Modulen nach Süden mit 30 Grad gehen rund 20 Prozent der möglichen Erzeugung durch die Begrenzung verloren, trotzdem kommt etwa doppelt so viel Strom heraus wie mit 800 Watt. Ost-West-Anlagen verlieren fast nichts, weil die beiden Seiten nie gleichzeitig volle Leistung bringen. Stundenwerte glätten kurze Spitzen; real wird etwas mehr abgeregelt. Weil diese Tabelle echte Wetterjahre nutzt und nicht das typische Jahr von PVGIS, liegen die 800-Watt-Werte etwas über denen oben (824 statt 807 kWh).
Sinnvoll ist es, wenn Sie den zusätzlichen Strom auch nutzen. Mittags fließt Überschuss ohne Vergütung ins Netz. Mehr Module lohnen sich deshalb vor allem bei hohem Verbrauch tagsüber oder mit Speicher. Dazu kommen die Kosten für zusätzliche Module und die Einspeisesteckdose. Ihre Rechnung machen Sie mit dem Artikel Wirtschaftlichkeit.
Mehr als 2.000 Watt, etwa 4.000 Watt mit Speicher, sind kein Balkonkraftwerk mehr. Dann gilt das normale Verfahren für Photovoltaikanlagen beim Netzbetreiber.
Ältere Geräte mit 600 Watt
Bis 2024 waren 600 Watt am Wechselrichter die übliche Grenze. Für Geräte, die vor dem 16. Mai 2024 in Betrieb gingen, gelten die neuen Sonderregeln des EEG laut Bundesnetzagentur nicht. Wer den Wechselrichter gegen ein 800-VA-Modell tauscht, ändert die Anlage und muss den Eintrag im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats anpassen (§ 7 MaStRV).
Anmeldung
Ein 800-Watt-Balkonkraftwerk melden Sie nur im Marktstammdatenregister an, innerhalb eines Monats nach dem ersten Einstecken: Anleitung.
Quellen
Stand: Oktober 2026.
- § 8 EEG – Abs. 5a: 2 kW und 800 VA
- § 3 EEG – Nr. 43: Definition Steckersolargerät
- Bundesnetzagentur – Solaranlagen – Zusammenrechnung, höchste wählbare Leistung, Inbetriebnahme ab 16.05.2024
- VDE – Pressemitteilung zur Produktnorm (14.11.2025) – 800 VA, 960 Wp, 2.000 Wp, Schutzmaßnahmen
- Verbraucherzentrale – Steckersolar – AC-Grenze, 800 W je Zähler, vier Module à 500 Wp, Mehrfachsteckdose
- PVGIS – Ertragswerte, eigene Abfrage; 2.000-W-Tabelle aus stündlichen Werten 2019–2023 (API seriescalc 5.3), auf 800 W begrenzt
- Stiftung Warentest – Pressemitteilung 6/2025 – Erträge der Testgeräte
- § 7 MaStRV – Änderungen melden
FAQ · 06 Fragen
Häufige Fragen
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Sind 800 Watt bei Balkonkraftwerken erlaubt?
Ja. Seit dem Solarpaket I (Mai 2024) gelten für Steckersolargeräte höchstens 800 Voltampere Wechselrichterleistung und 2.000 Watt Modulleistung. Die Produktnorm DIN VDE V 0126-95 (seit Dezember 2025) legt ebenfalls 800 VA fest.
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Ist ein Balkonkraftwerk mit 2.000 Watt erlaubt?
Ja, wenn 2.000 Watt die Modulleistung sind. Das EEG erlaubt bis zu 2.000 Watt Module, der Wechselrichter darf aber höchstens 800 VA abgeben. Mit einem normalen Schuko-Stecker sind laut Produktnorm höchstens 960 Watt Modulleistung zulässig, darüber braucht es eine Einspeisesteckdose, die eine Elektrofachkraft setzt. Ein Wechselrichter mit 2.000 Watt fällt nicht unter die Sonderregeln für Balkonkraftwerke.
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Ist ein Balkonkraftwerk mit 4.000 Watt erlaubt?
Nicht als Balkonkraftwerk. Mit mehr als 2.000 Watt Modulleistung ist die Anlage laut EEG kein Steckersolargerät mehr. Dann gilt das normale Verfahren für Photovoltaikanlagen mit Netzbetreiber und Elektrofachkraft, kein Anschluss per Stecker.
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Wie viele Balkonkraftwerke darf man haben?
Hinter einem Stromzähler zusammen nur so viele, dass die Wechselrichter höchstens 800 VA und die Module höchstens 2.000 Watt haben, also praktisch eins. Zwei Geräte mit je 800 Watt hinter demselben Zähler fallen laut Bundesnetzagentur nicht mehr unter die Sonderregeln. Wer mehrere Wohnungen mit eigenem Zähler hat, darf je Zähler ein Balkonkraftwerk betreiben.
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Reicht es, einen größeren Wechselrichter auf 800 Watt zu drosseln?
Nein. Laut Bundesnetzagentur zählt die höchste wählbare Leistung. Ein Wechselrichter mit 900 VA fällt nicht unter die Sonderregeln, auch wenn er per App auf 600 oder 800 VA eingestellt ist.
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Wie viel Strom erzeugt ein 800-Watt-Balkonkraftwerk?
Mit 800 Watt Modulleistung in Kassel laut EU-Rechner PVGIS rund 576 kWh im Jahr senkrecht am Südbalkon, rund 807 kWh mit 30 Grad nach Süden und rund 400 kWh senkrecht nach Osten oder Westen.